Wie führen wir eine ethische und regelkonforme Rekrutierung aus Indien durch und erfüllen gleichzeitig die Anforderungen des LkSG und der WHO?

Für internationale Rekrutierung in Europa müssen deutsche Arbeitgeber Compliance bereits in der Beschaffungskette in Indien verankern. Das bedeutet, ausschließlich mit nach dem indischen Emigration Act (Section 10) registrierten Recruitern zu arbeiten, das Employer Pays Principle anzuwenden und die Sorgfaltspflichten des deutschen Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG) sowie den WHO Global Code (insbesondere für Gesundheitsberufe) zu berücksichtigen.

Strukturierter Compliance-Ansatz

Kontrollen auf Seiten der Recruiter in Indien

Arbeiten Sie ausschließlich mit Agenturen, die gemäß Section 10 des indischen Emigration Act registriert sind.

Überprüfen Sie schriftliche Verträge, transparente Gebührenstrukturen und das Verbot von Vermittlungsgebühren, die von Arbeitnehmern bezahlt werden müssen (Employer Pays Principle).

Bei der Rekrutierung im Gesundheitswesen sollten Schutzmechanismen gemäß dem WHO Global Code integriert werden, um eine aktive Abwerbung aus Ländern oder Regionen mit kritischem Fachkräftemangel zu vermeiden.


Abstimmung mit dem deutschen LkSG

Führen Sie eine dokumentierte Risikoanalyse der Rekrutierungs-Lieferkette durch.

Pflegen Sie Supplier Codes of Conduct, nachvollziehbare Audit-Dokumentationen und klare Abhilfemaßnahmen bei Verstößen.

Richten Sie zugängliche Beschwerdemechanismen für vermittelte Arbeitnehmer ein.

Bewahren Sie relevante Dokumentationen auf, um sie bei Bedarf der Bundesagentur für Arbeit oder zuständigen Behörden vorlegen zu können.


Einwanderungs- und Anerkennungsprozess

Klären Sie frühzeitig den Visums- und Sponsoringprozess für Fachkräfte in Deutschland (z. B. EU Blue Card oder Fachkräftevisum).

Bestätigen Sie die Anerkennung ausländischer Qualifikationen bei der zuständigen Stelle im jeweiligen Bundesland.

Stellen Sie sicher, dass die Sprachvoraussetzungen erfüllt sind, etwa durch vorqualifizierte Kandidaten mit Deutschkenntnissen auf B1- oder B2-Niveau, sofern erforderlich.


Operative Klarheit für Arbeitgeber

In Deutschland unterscheiden sich Verfahren je nach Bundesland, Beruf und Qualifikationsart. Gehaltsschwellen und zuständige Anerkennungsstellen variieren, und Bearbeitungszeiten hängen stark von der Vollständigkeit der Unterlagen und der Auslastung der Behörden ab. Besonders im Gesundheitswesen, in handwerklichen Berufen und in anderen regulierten Professionen gelten strengere Prüfungen.


Risikominimierung

Ethische Rekrutierung reduziert potenzielle Nachbesserungskosten, schützt die Arbeitgebermarke bei LkSG-Audits und senkt das Abwanderungsrisiko internationaler Fachkräfte in Deutschland und der EU.

Ein strukturierter Partner für internationale Fachkräfteintegration hilft dabei, Compliance, Dokumentation, Anerkennung und Onboarding in einem kontrollierten Prozess zu bündeln – und minimiert so Risiken, während gleichzeitig eine nachhaltige internationale Rekrutierung in Europa ermöglicht wird.

Ähnliche

Unternehmen sollten mehrere operative Aspekte berücksichtigen:

  • Anerkennungsverfahren für Qualifikationen

  • Sprachliche Vorbereitung der Kandidaten

  • administrative Prozesse bei Visa und Behörden

  • Integration der Fachkräfte in Betrieb und Gesellschaft

Eine strukturierte Planung kann helfen, diese Herausforderungen frühzeitig zu adressieren.

Viele deutsche Arbeitgeber betrachten Indien als wichtigen Talentmarkt, weil:

  • große Pools qualifizierter Fachkräfte verfügbar sind

  • viele Kandidaten technisch oder akademisch gut ausgebildet sind

  • internationale Mobilität zunehmend Teil der Karriereplanung ist

Für Unternehmen kann dies eine Erweiterung der Talentpipeline außerhalb des europäischen Arbeitsmarkts ermöglichen.

Grundsätzlich können Unternehmen Fachkräfte direkt einstellen.

Viele Arbeitgeber nutzen jedoch spezialisierte Recruitment- oder Workforce-Integration-Partner, um:

  • qualifizierte Kandidaten vorzuselektieren

  • Anerkennungsverfahren zu koordinieren

  • Visumprozesse vorzubereiten

  • Sprachtraining zu organisieren

Dies kann administrative Risiken und Verzögerungen reduzieren.

Deutsche Unternehmen können Fachkräfte aus Indien über strukturierte internationale Rekrutierungsprogramme, spezialisierte Personalpartner und direkte Kooperationen mit Ausbildungsinstitutionen gewinnen. Entscheidend ist eine frühe Prüfung der Qualifikationen sowie die Auswahl des passenden Aufenthaltstitels, etwa nach §18a, §18b oder über die Blaue Karte EU.

Risiken lassen sich durch strukturierte Rekrutierungs- und Integrationsprozesse reduzieren. Dazu gehören die frühzeitige Qualifikationsprüfung, transparente Rekrutierungsverfahren, vollständige Dokumentation sowie sprachliche Vorbereitung der Kandidaten. Viele Unternehmen arbeiten zudem mit spezialisierten Partnern zusammen, die internationale Rekrutierungs- und Integrationsprozesse koordinieren.

Arbeitgeber müssen sicherstellen, dass Arbeitsverträge den deutschen arbeitsrechtlichen Anforderungen entsprechen und die Bedingungen der jeweiligen Aufenthaltserlaubnis erfüllt sind. Dazu zählen beispielsweise angemessene Vergütung, passende Qualifikationen und eine Tätigkeit, die zur Ausbildung des Bewerbers passt. Für konkrete rechtliche Anforderungen empfiehlt sich die Abstimmung mit qualifizierten Fachberatern oder Rechtsbeiständen.

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